Botschaft vom Rabbiner

 

Jetzt, wo wir bei Migwan eine Pause haben,  erinnert mich dies  an „Bein Hazmanim“, die „Semesterferien“, die wir in der Jeschiwa hatten.

In der Jeschiwa hatten wir zwei Zmanim, den Winter-Zman, der nach Sukkot beginnt und bis Pessach geht, und den Sommer-Zman, der nach Pessach beginnt und bis Sukkot geht. Im Sommer gibt es manchmal auch eine Pause, je nach Jeschiwa.

Die Frage war natürlich immer: Wenn wir verpflichtet sind, die ganze Zeit Tora zu lernen, warum machen wir dann Pausen in der Jeschiwa? Wir sollten das ganze Jahr über dort bleiben.

In Kriegszeiten in Israel kritisierte die säkuläre Bevölkerung  oft die Jeschiwastudenten dafür, dass sie Urlaub machen, während andere in der Armee dienen müssen und ihr Leben riskieren um für die Sicherheit des Landes kämpfen zu müssen; Wenn der Grund, warum die Jeschiwastudenten vom Armeedienst befreit werden, der ist, dass sie das Land durch das Lernen der Tora schützen, wie sie behaupten, dann sollten sie in Kriegszeiten natürlich in der Jeschiwa bleiben.

Die offizielle Erklärung für diese Pausen stützt sich auf den Vers in Jeschajahu 40:31: „Aber die, die auf Gott warten, werden neue Kraft haben“, was bedeutet, dass die Studenten durch die Pause mehr Kraft haben werden, um Gott zu dienen und danach Tora zu lernen. Im Grunde genommen war die Zeit, die wir uns freigenommen haben, also keine Verschwendung, sondern eine Vorbereitung auf etwas Besseres, das danach kommen wird.

Auch wenn wir nicht mit diesem Lebensstil einverstanden sind, den ganzen Tag nur religiöse Texte zu lernen und dabei jeden zukünftigen Beruf oder jede Möglichkeit, im 21. Jahrhundert zu leben, ausser Acht zu lassen, denke ich, dass wir dennoch von der Idee lernen können, dass Urlaub an sich keine Zeitverschwendung ist, sondern die Zeit, in der wir von unserem verrückten Alltag abschalten und Zeit mit unseren Lieben verbringen. Wir sollten daran denken, dass wir keine Zeit verschwenden, wenn wir in den Urlaub fahren, und dass wir es nicht nur tun, um von unserer Arbeit und dem, was uns beschäftigt, wegzukommen, sondern dass diese Zeit für sich selbst einen Wert hat, während wir uns auf die Zeit danach vorbereiten, wenn wir dann vielleicht nicht genug Zeit haben, um sie mit unseren Liebsten zu verbringen.

Mögen wir diese heilige Zeit weise nutzen, um Kraft für die kommenden Monate zu sammeln, damit wir auch in Zukunft wichtige Arbeit leisten können.

 

 

 

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