Botschaft vom Rabbiner

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um der Familie Ungar noch einmal Mazal Tov für die Bat Mitzva von Meia zu wünschen, mit der ein neues Jahr und ein neuer Reigen von Bnei Mitzva in Migwan eröffnet wird. Es ist erfrischend, wieder grosse und fröhliche Ereignisse in unserer Gemeinde zu haben.

Der Talmud erzählt uns in Avoda Zara, dass Adam, als er sah, dass die Wintertage kürzer werden, anfing, sich Sorgen zu machen, er sagte zu sich selbst: Oy Vey iz mir! Ist es, weil ich gesündigt habe, dass Gott beschlossen hat, das Wort zu beenden und es nach Tohu Vavohu zurückzubringen? Wie es heisst: Von der Erde bist du geschaffen und zur Erde wirst du zurückkehren. So sass er acht Tage lang im Fasten und im Gebet. Als er aber sah, dass die Tage wieder länger wurden, sagte er: Das muss der Lauf der Welt sein, und im nächsten Jahr machte er diese Tage zu Festtagen. Und das sind die Tage von Chanukka, die wir jedes Jahr feiern.

In diesem Jahr werden wir Chanukka vom 28. November abends bis zum 5. Dezember feiern.

Chanukka oder das Anzünden der Kerzen ist eines der Mitzwot, die wir haben und die unter die Kategorie Pirsumei Nisa fallen, also das Wunder für alle sichtbar machen. Es gibt sehr genaue Regeln darüber, wo die Kerzen angezündet werden sollen, am Fenster oder an der Tür, wie hoch oder niedrig die Kerzen gestellt werden sollen, damit sie gesehen werden können, und zu welcher Zeit sie angezündet werden sollen, damit die Leute noch auf der Strasse gehen und sie sehen können.

Wir zünden die Kerzen in der dunkelsten Zeit des Jahres an, wenn die Tage kurz und die Nächte lang sind. Das Licht von Chanukka ist auch der einzige Feiertag, den wir mit der ganzen Welt teilen. Der Talmud sagt nicht, dass wir dafür sorgen sollen, dass „alle Juden es sehen“, sondern dass „alle Menschen auf der Strasse“ es sehen können.

Wir zeigen der Welt, dass, obwohl die Zeiten hart sind, obwohl die Zeiten dunkel sind, wir eine Tradition haben, dass bessere Tage kommen werden, Adam hat das selbst herausgefunden und später haben die Makkabäer die Menora im Tempel angezündet, um dasselbe Licht zu teilen, sie sagten, ja, unser Tempel wurde entweiht, ja, fast unser ganzes Öl ist unrein, aber wir haben ein kleines bisschen koscheres Öl gefunden und wir werden daran festhalten und es jetzt schon feiern, weil wir jetzt schon wissen, dass bessere Tage kommen werden.

Möge das Licht von Chanukka in unseren Herzen und Seelen leuchten, mögen wir unser Licht mit dem Rest der Welt teilen und mögen wir alle bessere Tage verdienen, die kommen.

P.S.
Einige Familien haben den Wunsch geäussert, ein Familienwochenende zu veranstalten, also versuchen wir, im Februar ein Skiwochenende für Familien zu organisieren. Der Plan ist, irgendwo hinzufahren, das von Basel aus mit dem Auto zu erreichen ist, und gemeinsam ein schönes Wochenende zu verbringen. Wer mitmachen möchte oder uns bei der Organisation helfen kann, melde sich bitte bei unserer Administration, info@migwan.ch.

 

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